Waldschutz: Götterbaum entfernen - Aufruf von Gemeinde und Forst
Die Gemeinde Malsch und das Forstamt bitten um aktive Hilfe:Wer am
Freitag, 23.10.2026zwischen 16:00 – 18:00 Uhr
Zeit hat und gerne an der frischen Luft für den Landschafts- und Artenschutz mit anpackt, hat beim Kampf gegen den invasiven Götterbaum die beste Gelegenheit.
Den Brief des Forstamtes an Malscher Vereine haben wir in unserer Terminankündigung hinterlegt.
Hier der zugehörige Flyer mit Informationen zur konkreten Aktion:
Dann noch ein paar Informationen von unserer Seite
Götterbaum? Klingt doch gut! Und sieht gut aus!
Was hat denn der Forst dagegen?

Der Götterbaum wurde 1740 aus China nach Paris aus wissenschaftlichem Interesse und Neugier importiert. So fand er schnell auch seinen Weg in die herrschaftlichen Gärten wie z.B. den Park des Hohenheimer Schlosses von Herzog Carl Eugen, der heute als Landesarboretum dient. https://virtuelle-gaerten.uni-hohenheim.de/4DAction/W_Init/HG_Essay_de?EssayID=96
Der Überlinger Uferpark beherbergt einen Götterbaum mit stolzen 4,66m Umfang, Das Schloss Salem ziert einer mit 3,42m und ein Exemplar im Botanischen Garten der Universität Freiburg bringt es auf 3,12m Umfang. https://www.monumentaltrees.com/de/umfangrekorde/deu/badenwurttemberg/
Während diese einzelnen „Vorzeigebäume“ heute gut überwacht werden, haben sich Götterbäume leider in der Landschaft sehr stark und unkontrolliert verbreitet und machen heimischen Arten das Leben schwer.
Deshalb steht der Götterbaum seit Juli 2019 auf der EU-Liste der invasiven Arten (Verordnung (EG) Nr. 1143/2014).
Das bedeutet, daß Kauf, Verkauf, Zucht, Vermehrung und Ausbringung EU-weit verboten sind und beinhaltet überdies eine Verpflichtung zu Management- und Eindämmungsmaßnahmen.
Und da wären wir beim Aufruf der Gemeinde und des Forstamts.
Was macht den Götterbaum so gefährlich?
Einige Antworten dazu (nach https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/naturschutz/artenschutz/invasive-arten/fragen-und-antworten-goetterbaum/ und
Verdrängung heimischer Arten: Er bildet dichte Bestände und verdrängt durch starke Verschattung einheimische Pflanzen. Dadurch verarmen diese Biotope.
Geringer Wert für die Tierwelt: Für viele heimische Insekten, Vögel und Pilze ist der Götterbaum kaum nutzbar. Er wird kaum von Wildtieren verbissen, was ihm einen Konkurrenzvorteil verschafft.
Extrem hohe Vermehrungsrate: Hohe Samenproduktion und zusätzlich Vermehrung durch Wurzeln: Werden der Stamm oder die Wurzeln beschädigt (z. B. durch einfaches Fällen oder Mähen), treibt der Baum massenhaft aus den Wurzeln neu aus.
Enorme Widerstandskraft: Der Baum wächst sehr schnell (bis zu 4 Meter pro Jahr) und ist genügsam. Er überlebt große Hitze, Trockenheit, Salz sowie Luft- und Boden-Schadstoffe.
Bautechnische Schäden: Seine kräftigen Wurzeln können Straßen, Gehwege, Mauern, Gleisanlagen und Fundamente beschädigen. Solche Bäume möchte man nicht in seinem Hausgarten haben.
Gesundheitliche Risiken: Der Kontakt mit Blütenpollen, Rinde, Pflanzensaft oder Blättern kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Bei uns blüht der Götterbaum Anfang bis Mitte Juni, also weit weg von unserem Einsatztermin. Beim Einsatz können wir lernen, wie man den Götterbaum regelgerecht entfernt. Sicherheitshalber möglichst robuste feuchtigkeitsdichte Handschuhe mitnehmen und gut bedeckende Kleidung nutzen.
Wer traut sich zu, der Gemeinde und dem Forstamt bei der Bekämpfung dieser invasiven Art zu helfen?
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